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Aus sein auf uns

Aus sein auf uns

Gedichte

Bulucz, Alexandru

ISBN: 978-3-86906-852-7
Lyrikedition 2000
64 S., Paperback
€ 9.50

Leseprobe (PDF)

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Der Clown unter den Mystikern

Dieses Magengeschwür ist der Clown
unter den Mystikern, daherplappernd
wie der Tod, barock wie ein Begleitschmerz
aus schwarzem Kaffee und schwarzer
Gitanes zum Frühstück. Ins Innere
schauend mit den Augen des Winds,
der durch die Löcher pfeift. Der von der Flut
durchlöcherte Rumpf des Schiffs tanzt
auf dem Meer. Warum sich dran klammern?
Er tanzt ja. Der vitruvianische Mensch
am Abend in der Krone des Buchsbaums.

»Die Poesie wird im Bett gemacht wie die Liebe«, wusste schon André Breton. »Vom Bett/ aus verwischen wir Spuren/ von Wasser, von Samen, von Talg,/ von Harnstoffen, Säuren und/ Salz«, heißt es im Gedicht, das den Debütband von Alexandru Bulucz eröffnet. Im Schlussgedicht: »Er sieht sie/ am Dachfenster Weißwäsche/ lüften von den Ausdünstungen/ des Schlafs«. Zwischen diesen zwei Gedichten wird um Liebe gekämpft. Ob um die Liebe zu einem anderen Menschen oder um die Liebe zur Literatur, macht fast keinen Unterschied. Es geht um Schmerz- und Verlusterfahrungen und um die Möglichkeiten, diese Erfahrungen im Gedicht aufzuheben. Dabei finden auch Bestandteile eines Lebens in Osteuropa oder im Osten Eingang ins Gedicht, so zum Beispiel, wenn von »transsilvanischen Äpfeln«, »orthodoxen Popen« oder »Russenmützen« die Rede ist. Der Titel des Bandes Aus sein auf uns ist auch als Ankündigung einer intellektuellen und reflektierenden wie poetischen Auseinandersetzung mit anderen – lebenden wie verstorbenen – Dichtern zu verstehen, die dieselben Erfahrungen teilen oder geteilt haben.





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Rezensionen

»Aus sein auf uns« von Alexander Bulucz
Hier finden Sie Auszüge aus »Aus sein auf uns« von Alexander Bulucz auf Faust-Kultur
Ulla Bayerl, Faust-Kultur 3.5.2016


Spuren, entwischte
(...) Erträumte Placebos, verwischte Spuren erwarten den Leser von Alexandru Bulucz' Gedichtband Aus sein auf uns gleich im ersten Gedicht „Von deiner weißen Zunge“, das sehr schnell die klaffende Lücke vor Augen führt, die es zwischen den Worten im Gedicht und dem Leser dieser Worte gibt, trotz und gerade wegen jeder Nähe, die nicht nur suggeriert, sondern auch tatsächlich gebildet werden mag. (...)

Die komplette Rezension finden Sie hier.
Ingo Ebener, Fixpoetry 2.5.2016


Mnemosyne
»Ich habe mich sozusagen verloren.« Die »beim Schreiben« getätigte Äußerung der dementen Auguste Deters, Patientin von Alois Alzheimer, die im Gedicht »Morbus Korsakow« aufblitzt, darf als konstitutiv für die Poetologie der gesamten Gedichtsammlung gelten [...]. [...] Nicht dass die Gedichte in einem klinischen Sinne pathologisiert werden sollen; vielmehr scheint auf, inwiefern der Verlust von Gedächtnis und Erinnerungsfähigkeit für das Denken und antizipative An-Denken der Dichtung (das aus der Sicht des andereren Denkens, welches sich als regelgerechtes Schlußfolgern mißversteht, wie ein Un-Denken erscheint) nicht erst als sekundäres Verfallssyndrom ins Spiel kommt, sondern der Arbeit von Mnemosyne vorausgeht. Amnesie und Demenz, die Unverfügbarkeit sowohl jeder beglaubigten Erinnerung, welche einfach nur wieder hervorgeholt werden müsste, als auch aller objektiven Regeln, die zu deren Verknüpfung benötigt werden, machen die conditio sine qua non poetischer Erfahrung aus. Aus… Aussein, diese unendlich ausdeutbare Wendung kann auch sagen: Es ist aus, d.h. zuende mit etwas, das nachträglich betrachtet, vorher noch möglich schien, aber wohl doch nie gewesen ist.

Vollständige Rezension hier
Tillmann Reik , fichue. Literatüren 13.4.2016


Geist und Witz
»Die Gedichte von Alexandru Bulucz spielen sich nicht mit Larmoyanz oder koketter Verzweiflung auf, sondern haben, was in der heutigen Lyrik selten ist: Geist und Witz.«
Karl-Markus Gauß , 1.3.2016


Lyrische Verfahren
»Der Band dient nicht der Beschwörung irgendeiner Kindheitsidylle oder gar -hölle, sondern erprobt auch am Erinnerungsmaterial sein lyrisches Verfahren, eben das der Defragmentierung. Wahrnehmungs- und Gedankenmaterial, so vereinzelt und so bruchstückhaft es erscheint, wird nach Maßgaben eines Dichtungssubjekts in eine Ordnung gebracht, die eine künstliche und künstlerische ist.«
Jan Kuhlbrodt , Signaturen 8.3.2016